Obwohl Windräder sich eigentlich beständig drehen sollen, gibt es Experten, die Bremssysteme für Windkraftanlagen erstellen, und damit weltweit gefragt sind. So wie jene von Dellner Bubenzer Germany Wind. Das Dorstener Unternehmen arbeitet mit Kunden auf der ganzen Welt zusammen. Damit der Informationsaustausch auch über Zeitzonen hinweg ohne Verzögerung funktioniert, setzt man auf ein Tool von DPS Software.
(Quelle: Dellner Bubenzer Germany Wind GmbH)
Ob klein oder groß, ob aktiv oder passiv, ob Bremsen für Windkraftanlagen Offshore oder Onshore, beim Dorstener Unternehmen Dellner Bubenzer Germany Wind stellt man sich ganz auf die Wünsche der Kunden ein. Mal müssen die Bremssysteme mehr Hitze, mal mehr Kälte vertragen, mal darf ihnen Salzwasser nichts anhaben. „Wir sind ein junges dynamisches Team, das über die notwendigen Erfahrungswerte verfügt und professionelles Arbeiten auf familiärer Ebene praktiziert“, sagt CAD-/PDM-Administrator Patrick Streppelhoff und verweist auf die Vision des Unternehmens: Global aufgestellt sein, mit lokaler Präsenz, aber stets den Kontakt zum Kunden halten.
Auch Windräder brauchen eine Pause
Aber warum überhaupt Bremsen für Windkraftanlagen, deren Sinn und Zweck es doch ist, in Bewegung zu sein? „Die Ertragssteigerung der Windkraftanalage geschieht durch Windnachführung. Wenn Wartungsarbeiten anstehen, ist Pause bei der Stromproduktion angesagt. Im Ernstfall ist es wichtig, die Anlage schnellstmöglich vor einer Überdrehzahl und einer daraus resultierenden Überlastung der Komponenten im Triebstrang zu schützen“, erklärt Streppelhoff. Und dann gibt es da noch die überaus wichtigen Azimutbremsen. „Diese Bremsen stellen sicher, dass bei der Windnachführung, also wenn sich die Gondel in den Wind dreht, diese dann auch im Wind stehen bleibt und sich nicht weiterdreht“, führt der Fachmann aus.
Entwicklung von Bremsen für Windkraftanlagen: Immer nah am Kunden
Zu den großen Märkten von Dellner Bubenzer zählen neben Europa auch China, Indien und die USA. „Bei den Kunden ist aktuell ein klarer Trend zu erkennen. Anfragen für Anlagen unter vier Megawatt gibt es so gut wie keine mehr, die Anlagen werden immer größer. Nachhaltige Energie ist gefragt“, sagt Streppelhoff und verrät: „Aktuell sind wir in einem Großprojekt involviert, einer Anlage für 12 Megawatt. Die passiven Bremsen, die wir dafür auslegen, designen und konzipieren, haben eine beeindruckende Größe, sie sind gut einen Meter breit.“
Die Dorstener setzen auf Nachhaltigkeit. „Unsere Systeme sind Baukastensysteme. Wir haben ein kompaktes Design mit austauschbaren Komponenten entwickelt, sodass wir je nach Anlagenart nur die Details der Bremse anpassen müssen. Aber selbstverständlich sind kundenspezifische Designs, abseits des Baukastenprinzips, auch jederzeit möglich“, führt Streppelhoff aus.
(Der Trend geht zur smarten Bremse: Im Bild: die Active Rotor Brake JHS-RBA-32-120 von Dellner Bubenzer. Bild: Dellner Bubenzer Germany Wind GmbH)
Schwierige Zusammenarbeit über Zeitzonen
Die Zusammenarbeit mit externen Kolleginnen und Kollegen erfordert immer viel Abstimmung. Wenn sich, wie bei Dellner Bubenzer, zwischen den Teams aus Deutschland, China, USA und Indien noch Zeitzonen befinden, wird dies zur besonderen Herausforderung. Anfragen zeitnah bearbeiten? Ein Unding, aber eigentlich wichtig. „Besonders entscheidend waren immer die Anfragen unserer Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland, wenn es darum ging, anhand aktueller Zeichnungen die Bremsen für ihre Kunden zu erstellen“, erzählt Streppelhoff und fährt fort: „Wenn es eilig war, griffen manche Kollegen auch auf noch vorhandene Zeichnungen früherer Bestellungen zurück. Dies konnte gegebenenfalls auch schief gehen, wenn sich zwischenzeitlich Änderungen ergeben hatten.“
Zusammen mit dem Solidworks-Reseller DPS Software, mit dem man schon seit mehreren Jahren gut zusammenarbeitete, ging man das Problem an und setzte eine überaus kreative Idee um. Deren Akteure: Solidworks PDM Professional, die 3DExperience-Plattform von Dassault Systèmes und die DPS Job-Box. Im Mai letzten Jahres ist man bei Dellner Bubenzer mit der Kombination dieses Trios gestartet. Die zeitaufwändigen Nachfragen in Dorsten nach aktuellen Zeichnungen gehören jetzt der Vergangenheit an. Streppelhoff sagt zufrieden: „Wir können uns jetzt auch viel mehr unserer eigentlichen Arbeit widmen. Zudem fällt bei den Kolleginnen und Kollegen im Ausland so mancher Frust weg, aufgrund der Zeitverschiebung auf Antworten warten zu müssen. Auch fühlen sie sich jetzt besser integriert, da sie am Informationsfluss teilhaben.“
(Neben Fertigungszeichnungen werden auch technische Datenblätter der einzelnen Produkte via 3D-Drive veröffentlicht. Bild: Dellner Bubenzer Germany Wind GmbH)
Bremsen für Windkraftanlagen: Stets die neueste Zeichnung zur Hand
„Eine überaus pfiffige Lösung“, lobt Dirk Dames, der das Competence Center PDM (Service) bei DPS leitet. Die Job-Box, ein von DPS entwickeltes Tool, fungiert zwischen dem lokalen PDM und der Cloud der 3D-Experience Plattform und stellt sicher, dass immer nur die PDF-Dateien der neuesten Zeichnungen in der Cloud für die Mitarbeitenden weltweit zur Verfügung stehen. „Wird eine Zeichnung bearbeitet, dann entnimmt die Job-Box diese der Cloud – sie ist somit nicht mehr auffindbar. Erst wenn die Bearbeitung abgeschlossen ist, die Zeichnung wieder im PDM steht, sorgt die Job-Box dafür, dass diese Daten auch wieder in der Cloud stehen“, erklärt Dames. Alle überarbeiteten Zeichnungsversionen wandern ins Archiv. „Aus der Cloud kann sich jetzt auch unser Global Sales Manager beim Kundenbesuch immer die aktuellen Zeichnungen ansehen“, ergänzt Streppelhoff.
Stand: 16.12.2025
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„Die 3DExperience-Plattform kann natürlich weit mehr als die PDFs von Zeichnungen verwalten. Es gibt viele Apps, die miteinander kompatibel sind. Man kann sehr gut kollaborativ mit ihr arbeiten, Simulationen erstellen oder etwa Rechnerkapazität generieren“, merkt Dames an. Zusammen mit dem Kollegen Heino Albrink ist er sich aber sicher: Dellner Bubenzer ist sehr innovativ aufgestellt, hat einen guten Workflow der PDM-Prozesse – und so manch größeres Unternehmen könnte sich davon eine Scheibe abschneiden.
Auf dem Weg zur Smart-Bremse
Optimieren, verbessern, technologisch ein Vorreiter sein, das ist bei Dellner Bubenzer sowohl bei den Bremssystemen für Windkraftanlagen als auch bei der eingesetzten Software-Lösung stets angesagt. Die Bremsen in Windkraftanlagen sind äußerst robust. Immer mehr werden diese jedoch auch mit Sensorik ausgestattet, um sie besser überwachen zu können, aber auch, um noch genauere Einstellungen vornehmen zu können. „Der Weg geht Richtung Smart Bremse“, so Streppelhoff: „Daher richtet sich unser Interesse derzeit auf Solidworks Electrical.“ An dem Tool, das sich mit einer intuitiven Benutzeroberfläche für den Entwurf eingebetteter elektrischer Systeme anbietet, begeistert den 36-jährigen Dorstener besonders, dass es die Verkabelungen sogar dreidimensional anzeigt.
Die Autorin Julia Alber ist freiberufliche Journalistin.