Blechkonstruktion: Wirkflächen direkt aus Catia

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Die achte Generation des Ford Fiesta ist auf dem Markt. Seine Blechteile wurden unter anderem mit Software von AutoForm simuliert. Das war schon beim Vorgänger so, diesmal kam jedoch erstmals „AutoForm-ProcessDesignerforCatia“ zum Einsatz. › von Theo Drechsel

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Die achte Generation des Ford Fiesta ist auf dem Markt. Seine Blechteile wurden unter anderem mit Software von AutoForm simuliert. Das war schon beim Vorgänger so, diesmal kam jedoch erstmals „AutoForm-ProcessDesignerforCatia“ zum Einsatz. › von Theo Drechsel

Mit AutoForm-ProcessDesignerforCatia entwickeln die Methodenplaner von Ford Europa direkt in der Catia-Umgebung ihre fräsfähigen „Class A“-Wirkflächen und erarbeiten sich auf diese Weise einen großen zeitlichen Gewinn im Umfeld immer kürzerer Entwicklungszeiten.

AutoForm gilt nicht nur als der führende Anbieter von Software für die Absicherung der Produktherstellbarkeit, das Werkzeug-Design und die virtuelle Prozessoptimierung, sondern ist auch bei Ford seit Jahren eine genauso anerkannte Größe wie es Catia von Dassault Systems bei der Produktentwicklung oder der Erstellung von fräsfähigen CAD-Daten für die Werkzeugherstellung ist. Für den neuen Ford Fiesta setzte Ford die Software AutoForm-ProcessDesignerforCatia ein, die von den beiden anerkannten Softwarespezialisten gemeinsam entwickelt wurde. In einem 18-monatigem Praxiseinsatz wurde bei Ford in den Abteilungen „Process Feasibility“ und „Launch“ das Know-how aus den jeweiligen Fachgebieten in die neu eingesetzte Software kombiniert.

Der Allrounder

Um die Wirkflächen von Tiefziehwerkzeugen bestmöglich zu gestalten, arbeiten die CAD-/CAE-Ingenieure der Abteilung Stamping Engineering bei Ford in Köln seit Jahren mit Catia. Während dieser Zeit haben sie eigene Makros erarbeitet, um sich ihren Arbeitsalltag zu vereinfachen und bestmöglich zu optimieren. Auch Software-Aktualisierungen haben sie mehrere durchlebt. Nachteile eines solchen Systems sind typischerweise – wie dies auch andere Firmen feststellen – Kompatibilitätsprobleme bei Softwareupdates oder die eingeschränkte Funktionalität der Allroundlösung Catia.

Allrounder mit Spezialkenntnissen

Als hervorstechende Erfahrungen beim Einsatz von AutoForm-ProcessDesignerforCatia sind die geringere Zahl an Arbeitsschritten bis zu fräsfähigen CAD-Daten zu erwähnen. Die Software bietet den Usern eine gute Benutzerführung und unterstützt systematisch beim Aufbau eines Bauteils. Auch die Stolpersteine in Catia sind weniger geworden, die Flexibilität ist gestiegen, die Software zeigt sich updatefähiger und sie erfordert kaum tiefgreifende Catia-Kenntnisse. Besonders zu erwähnen ist, dass sich die Machbarkeit im gleichen Softwarewerkzeug klären lässt.

Steht die Bauteilgeometrie in Catia bereit, führen vordefinierte und standardisierte Prozesse die CAD-/CAE-Ingenieure von der Bauteilvorbereitung zur Wirkflächenerzeugung für das Werkzeug. Eingabefenster unterstützen die Dateneingabe. Konsistenz und Machbarkeit der Eingaben überprüft permanent eine Echtzeit-Analysefunktion, sodass Fehler frühzeitig auffallen und ohne nennenswerte Kostenfolge eliminiert werden.

Während früher Prototypenwerkzeuge für Prototypenbauteile gebaut wurden, sinkt heute bereits die Bedeutung des Tryouts. Rückfederungseffekte oder anspruchsvolle Kanten sind lange davor entlarvt. Die Simulationsergebnisse überzeugen die Ingenieure. Im seltenen negativen Fall ist sofort klar, jetzt bewegen sie sich im Bereich von Grenzwerten. Die Qualität ist schon früh hoch. Das verkürzt die Entwicklungszeit und lässt eine Anlaufphase in der Produktion ohne größere Verzögerungen erwarten.

Standards setzen

Ein großes Anliegen der weltweit operierenden OEMs wie Ford ist die Verwendung von Standards. Dabei unterstützt das AutoForm-Tool die Spezialisten von Ford mit standardisierten Arbeitsabläufen und konsistenten Daten. Das ist von hoher Wichtigkeit, denn Arbeitsabläufe funktionieren in steigendem Maß parallel statt sequenziell. Treten später wider Erwarten Schwierigkeiten auf, werden die Arbeiten normal weitergeführt und gleichzeitig in Absprache mit Werkzeugmachern oder Fertigungsingenieuren aus dem Presswerk ein Plan B erarbeitet.

AutoForm-ProcessDesignerforCatia entstand ganz besonders nah bei und mit den Anwendern. Die Software zwingt die Anwender gleichwohl, sich in die AutoForm-Denkweise einzuarbeiten, so nachvollziehbar diese auch ist. Die Kunden schätzen den direkten Kontakt mit Ansprechpartnern bei AutoForm. Sie gewährleisteten eine sofortige Hilfestellung, was in der Branche offenbar nicht Standard ist. AutoForm-ProcessDesignerforCatia und das firmenweite Template erforderten zu Beginn wohl eine Unterstützung vor Ort, sind dafür aber auch weitgehend anpassbar.

AutoForm-ProcessDesignerforCatia ist eine Software, die von Praktikern zusammen mit Praktikern für Praktiker entwickelt wurde. Für die involvierten Teams bei Ford gab sich die Software sehr schnell als maßgeschneiderte Lösung für die Blechumformung zu erkennen. Freiformflächen sind beispielsweise spürbar glatter. Der CNC-Fräser kann in einem Zug durchfahren. Das wirkt sich positiv auf die Oberflächenqualität aus, sodass die Kritik von Seiten der Werkzeuganfertigung meist gering ausfällt. jbi ‹

Theo Drechsel ist Fachredakteur aus Unterschleißheim.

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