Behälterfördertechnik: Antriebstechnik für die Intralogistik

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 4 min Lesedauer

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ABM Greiffenberger liefert komplette Antriebslösungen für die Intralogistik. Bestehend aus Motor, Getriebe, Bremse und Frequenzumrichter passt der System­anbieter diese kundenspezifisch an. Zum Einsatz kommen die Lösungen unter anderem in automatisierten Logistikanlagen mit Fördertechnik, Hebezeuge sowie Stapler und fahrerlosen Transportsystemen (FTS).

(Quelle:  ABM Greiffenberger Antriebstechnik)
(Quelle: ABM Greiffenberger Antriebstechnik)

Für die Intralogistik entwickeln und fertigen wir als Komplettanbieter von Antriebstechnik maßgeschneiderte Antriebslösungen, die sich in die jeweilige Anwendung integrieren lassen“, erläutert Stephan Thoma, Produktmanager für Umrichter bei ABM Greiffenberger. Dazu gehört der hocheffiziente Sinochron-Motor. Der permanenterregte Synchronmotor kommt zum Beispiel ohne Getriebe als Direktantrieb in der Behälterfördertechnik für kleine Lasten bis 180 Kilogramm zum Einsatz. Die Motoren verfügen insbesondere im Teillastbereich, in dem die Antriebe in den Anlagen überwiegend betrieben werden, über einen besonders hohen Wirkungsgrad. Die typischen Verfahrgeschwindigkeiten liegen bei 0,3 bis 1,5 Metern pro Sekunde.

Behältnerfördertechnik neu gedacht

„Durch den speziellen Aufbau eignet sich die Baureihe perfekt für den sensorlos geregelten Betrieb. Zudem können wir bereits in der kleinsten Baugröße 63 Nenn-Drehmomente von 4,5 Newtonmetern erreichen. Vom Asynchronmotor unterscheidet sich diese Antriebslösung durch eine etwa doppelt so hohe kurzzeitige Überlastbarkeit“, berichtet Thoma. Aufgrund dieser Leistungsdichte ist der Hersteller in der Lage, die Motorbaureihe kompakter zu bauen. Für Konstrukteurinnen und Konstrukteure ist dies ein klarer Vorteil, denn sie erhalten in den meisten Fällen einen kleineren Antrieb, was den Bauraum und Energieverbrauch reduziert. Über die sensorlose Drehzahlregelung berechnet die Steuerung die Rotordrehzahl sowie den augenblicklichen Winkel des Rotors aus den elektrischen Größen.

Mit diesen Informationen lassen sich die Ströme für die Drehmomentbildung gezielt in den Motor einspeisen. Damit besitzt der Sinochron-Motor hervorragende Regeleigenschaften über einen großen Drehzahlstellbereich, ganz ohne kostenintensiven Drehzahlgeber. Die nicht benötigte Sensorik macht den Antrieb zudem robuster. Dadurch wird die höchste Anlagenverfügbarkeit gewährleistet – klare Vorteile für die Total Cost of Ownership. Die Lebensdauer der Antriebe beträgt je nach Anwendung bis zu 50.000 Stunden.

Motoren können auch in Tiefkühllagern eingesetzt werden

„Unsere Sinochron-Motoren laufen energieeffizient und sind äußerst temperaturstabil“, so Thoma, „damit können unsere Kunden die Baureihe in einem Temperaturbereich von -30 bis +60 Grad Celsius und so auch in Tiefkühllagern einsetzen.“

Für eine erweiterte Behälter- oder Paletten-Fördertechnik, sprich beim Transport von Lasten bis zu einer Tonne pro Ladungsträger, kombiniert der Hersteller seine Motoren mit Stirnrad-, Flach- oder Winkelgetrieben. Speziell für diese Anwendungen hat das Unternehmen die Flachgetriebe-Reihe um die zwei kompakten zweistufigen Typen FG182 und 282 erweitert. Diese bieten Nennmomente von 180 und 280 Newtonmetern. Anwender profitieren von hohen zulässigen Radial­lasten und können die Flachgetriebe universell anbauen. Dazu stehen etwa Hohl- und Vollwellen sowie Schrumpfscheiben zur Verfügung. Die Baureihen sind mit oder ohne Flansch erhältlich. Weil die Getriebe zudem leicht und kompakt sind, lassen sie sich bei der Installation einfach handhaben.

„Aus unserem Baukastensystem wählen wir die optimale Antriebslösung hinsichtlich Funktionalität und Effizienz für die jeweilige Anwendung aus“, verspricht der Produktmanager. Das modulare Prinzip erfüllt auch spezielle Anforderungen des Anlagenbauers mit Serienkomponenten. Das wirkt sich positiv auf die Qualität aus, denn es kommen nur bewährte Module zum Einsatz. Zur Verfügung stehen verschiedene mechanische und elektrische Schnittstellen, was für einen geringen Installationsaufwand sorgt. Alle Verbindungen hat der Hersteller als Plug&Play-Lösung realisiert. Steckersysteme gewährleisten eine schnelle und fehlerfreie Installation.

(Die neuen Umrichter mit einer Leistung von bis zu 2,2 Kilowatt kommen in allen gängigen Applikationen in der Behälter- und Paletten-Fördertechnik zum Einsatz. Bilder: ABM Greiffenberger Antriebstechnik)
(Die neuen Umrichter mit einer Leistung von bis zu 2,2 Kilowatt kommen in allen gängigen Applikationen in der Behälter- und Paletten-Fördertechnik zum Einsatz. Bilder: ABM Greiffenberger Antriebstechnik)

Ohne Frequenzumrichter geht nichts in der Behälterfördertechnik

Anwendungen in der Intralogistik werden überwiegend drehzahlgeregelt betrieben. Der Hersteller bietet dazu ein umfangreiches Portfolio, das er mit zwei weiteren neuen Baugrößen eigens für die Paletten- und Behälterfördertechnik abrundet. „Mit einem Leistungsbereich bis 2,2 Kilowatt decken wir alle benötigten Applikationen in der Fördertechnik ab“, berichtet Thoma. „Der Anwender profitiert von optimalen Regeleigenschaften sowohl bei Asynchron- als auch bei den Sinochron-Motoren.“ Weil der Frequenzumrichter den permanenterregten Synchronmotor sensorlos betreibt, werden Kosten gesenkt und die Verfügbarkeit erhöht. Ausgelegt sind die Geräte auf eine Lebensdauer von 30.000 Stunden unter Volllast im Dauerbetrieb. Steckbare Anschlüsse ermöglichen eine einfache und schnelle Installation. Nutzer erhalten die neuen Frequenzumrichter mit einer Schutzart bis IP54 und einer Überlastfähigkeit von 250 Prozent. Sie eignen sich zum Einsatz in einem Temperaturbereich von -30 bis +40 Grad Celsius und somit auch in Tiefkühllagern.

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Behälterfördertechnik: Daisy Chain für schnelle Installation

Steckbare Anschlüsse für Spannungsversorgung (Daisy-Chain-Prinzip), Steueranschlüsse beziehungsweise -eingänge ermöglichen eine einfache und schnelle Installation. Mittels Ethernet-fähigen BUS-Systemen kommunizieren die Umrichter mit übergeordneten Steuerungen.

Optional können die Umrichter mit einem Bremschopper und auch mit der Möglichkeit, eine mechanische Bremse anzusteuern, ausgestattet werden. Der Produktmanager erklärt: „Mit der sensorlosen Regelung sorgen wir für einen maximalen Drehzahlstellbereich. Damit heben wir uns von unseren Marktbegleitern ab.“ Dies spart Kosten und erhöht die Verfügbarkeit. Die dezentralen Umrichter lassen sich sowohl am Antrieb integrieren und sind außerdem für einen motornahen Feldeinsatz als Wandmontage geeignet. Durch die Machine-to-Machine-Kommunikation kommunizieren die Umrichter mit übergeordneten Steuerungen, somit ist darüber hinaus eine vorausschauende Wartung möglich. Die Umrichter sind thermisch eigenständig und benötigen keine zusätzlichen Lüfter.

ABM kann als Systemanbieter Antriebslösungen für einen Großteil der Applikationen in der Lagerlogistik und Behälterfördertechnik liefern – von kleinen Rollenförderern bis hin zum Paletten-Förderer. Thoma verspricht: „Der Anwender erhält von alles aus einer Hand.“

Der Autor Matthias Kellner ist Gruppenleiter Lösungsengineering bei ABM Greiffenberger.

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