Autofahren 2030: Autonom, elektrisch, on-demand?

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Autofahren 2030: Autonom, elektrisch, on-demand?

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Eine Revolution im Straßenverkehr soll die über hundert Jahre währende Vorherrschaft des motorisierten Individualverkehrs und des Verbrennungsmotors beenden und damit die Ölbranche zerstören, geht es nach  dem US-amerikanischen Think Tank RethinkX. Nach dem Report „Rethinking Transportation 2020-2030: The Disruption of Transportation and the Collapse of the ICE Vehicle and Oil Industries“ würden im Jahr 2030 95 Prozent der in den USA per Auto zurückgelegten Kilometer in autonomen, elektrisch angetriebenen und gemeinsam genutzten Fahrzeugen abgewickelt werden. 

Eine Revolution im Straßenverkehr soll die über hundert Jahre währende Vorherrschaft des motorisierten Individualverkehrs und des Verbrennungsmotors beenden und damit die Ölbranche zerstören, geht es nach  dem US-amerikanischen Think Tank RethinkX. Nach dem Report „Rethinking Transportation 2020-2030: The Disruption of Transportation and the Collapse of the ICE Vehicle and Oil Industries“ würden im Jahr 2030 95 Prozent der in den USA per Auto zurückgelegten Kilometer in autonomen, elektrisch angetriebenen und gemeinsam genutzten Fahrzeugen abgewickelt werden. 

Auf der Grundlage der bestehenden Technologien und den bekannten Kostenverläufen stellt der Bericht eine detaillierte Analyse der Daten, des Marktes, sowie der verbraucherseitigen und regulatorischen Dynamik bereit. Binnen zehn Jahren nach der gesetzlichen Zulassung fahrerloser Autos würden 95 Prozent der insgesamt zurückgelegten Strecke mit on demand bereitstehenden, autonomen elektrischen Fahrzeugen (A-EVs) abgewickelt werden, angeboten von Transport-as-a-Service-Unternehmen.

Für die Ölindustrie hätte die Abwendung vom Individualverkehr mit Verbrennungsmotor hin zu elektrischen, autonomen und gemeinsam genutzten Fahrzeugen katastrophale Auswirkungen. Die weltweite Nachfrage nach Erdöl würde im Jahr 2020 bei 100 Millionen Barrel pro Tag kulminieren, um bis 2030 auf 70 Millionen Barrel abzufallen, so die Forscher. Firmen und Ländern seien je nach der Abhängigkeit vom Öl davon unterschiedlich stark betroffen.

Co-Autor Tony Seba sagt: „Wir stehen an der der Schwelle einer der schnellsten, tiefgreifendsten und konsequentesten Umbrüche des Verkehrs in der Geschichte.“ Aber da sei keine Magie im Spiel, vielmehr werde dieser Umbruch von der Ökonomie getrieben.

Rethinking Transportation sieht durch diesen dramatischen Wandel den Ölpreis im Jahr 2021 auf rund 25 US-Dollar je Barrel fallen. Die traditionellen Ölstaaten des Persischen Golfs wie Saudi-Arabien, die vornehmlich zu relativ günstigen Kosten konventionell fördern, würden ihre Produktionsvolumina nicht wesentlich herunterfahren müssen. Länder mit einem höheren Anteil an Schieferöl, Ölsanden und Offshore-Ölquellen würden dagegen ihr Öl zu einem größeren Teil nicht mehr vermarkten können. Kostenträchtige Förderverfahren müssten eingestellt werden. Was die USA betrifft, würde dies das Aus von 65 Prozent der Förderung aus Ölschiefer und Sanden bedeuten, die 2030 etwa 70 Prozent des gesamten US-Fördervolumens ausmachen soll. Auch die vorhandenen Pipelines müssten stillgelegt werden. Andere betroffene Länder wären Großbritannien, Norwegen, Nigeria, Venezuela und Kanada mit seinen Teersanden.

Der Bericht führt näher aus, wie die Zulassung autonomer Fahrzeuge den Markt für Anbieter von Mitfahrmöglichkeiten entfesseln würde. Dann würde man aus reinen Kostengründen auf Verbrennungsmotoren zugunsten des elektrischen Antriebs und autonomen Fahrens verzichten. Im Ergebnis hieße das:

  • Transport as a Service wäre pro Kilometer vier- bis zehnmal kostengünstiger als die Anschaffung eines Neuwagens, und um das zwei- bis vierfache billiger als die Nutzung eines bereits abgeschriebenen Wagens, im Jahr 2021.
  • Die Kosten für TaaS würden durch verschiedene Faktoren sinken: bis zu zehnfach höhere Nutzungsraten, Lebenszyklen von bis 500‘000 Meilen, geringere Aufwendungen für Unterhalt, Energie, Finanzierung und Versicherung.
  • Der durchschnittliche US-Haushalt würde über den Einsatz autonomer, elektrischer TaaS-Fahrzeuge mindestens 5‘600 US-Dollar im Jahr sparen

Diese Ersparnisse würden potentielle Autokäufer und Besitzer für TaaS begeistern können.

Viele Experten, so heißt es, prognostizierten einen allmählichen Wechsel hin zu elektrischen Fahrzeugen, zu fahrerlosen Autos und Trucks und das Wachstum von Shared-Konzepten. Die Autoren von Rethinking Transportation setzen hingegen diese Trends zusammen und sagen einen deutlich schnelleren und tiefgreifenderen Wandel vorher. Die Mainstream-Analysten stellten die Folgen der technologischen Konvergenz nicht in Rechnung, und damit die Geschäftsmodelle, die sich daraufhin entwickelten, sagt James Arbib, Co-Autor der Studie. Diese führten zu einer weit größeren Kostendifferenz zwischen individuellem Besitz und Transporation as a Service und damit zu einer schnelleren Verbreitung entsprechender Modelle, wenn die Menschen günstigere, bessere Verkehrsmittel als Service wählten.

Die Studie berücksichtigt die Systemdynamik, die technologische Konvergenz, nachfrageseitige Skaleneffekte, wachsende Einnahmen, Netzwerkexternalitäten, Rückkopplungen und Marktkräfte.

Weitere Folgen der Abwendung vom individualisierten Straßenverkehr seien:

  • Höheres verfügbares Haushaltseinkommen
  • Steigende Konsumausgaben
  • Produktivitätszuwächse
  • Weniger Autos werden mehr Kilometer zurücklegen, die Zahl der Fahrzeuge auf US-Straßen soll sich von 247 Millionen auf 44 Millionen vermindern.
  • Die Nachfrage nach Neufahrzeugen bricht ein: 70 Prozent weniger Autos und Trucks pro Jahr würden hergestellt.
  • Die heutige Wertschöpfungskette  wäre nicht mehr wiederzuerkennen: Autohändler, Werkstätten und Versicherungen würden fast vollständig verschwinden.
  • Den Autoherstellern bleibe die Wahl, als hochvolumige Hersteller von A-EVs aufzutreten oder auf die Seite der TaaS-Anbieter zu wechseln.

Der Report weist jedoch auch auf die Unwägbarkeiten seitens der Politik hin. Der wichtigste Knackpunkt sei, wann die regulatorischen Hürden für autonome Fahrzeuge beseitigt würden. In den USA deuten jedoch einige Anzeichen auf einen raschen Fortschritt in dieser Richtung. Kalifornien hat bereits 30 Unternehmen bewilligt, ihre autonomen Autos auf öffentlichen Straßen zu testen und hat Gesetze für die Zulassung komplett autonomer Fahrzeuge (Level 5) vorgeschlagen, die noch in diesem Jahr greifen sollen.

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