Mechatronische Stückliste Artikelstückliste: Wenn Mechanik und E-Technik einander begegnen

Ein Gastbeitrag von Marc Iser 3 min Lesedauer

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In vielen Montage- und Fertigungshallen verschiedener Branchen entstehen immer mehr elektromechanische Produkte oder Maschinen. Typisch hierbei sind zwei erforderliche Stücklisten: eine aus der Mechanik und eine weitere aus der Elektrotechnik. Um die hieraus resultierenden Fehlerquellen zu vermeiden, vereint das PDM-System Gain Collaboration native CAD- und ECAD-Stücklisten in einer singulären, elektromechanischen Artikelstückliste. Und das voll automatisiert.

Maschinensteuerung in der Automatisierungstechnik.(Bild:  industryview/iStock)
Maschinensteuerung in der Automatisierungstechnik.
(Bild: industryview/iStock)

Für viele Abteilungen sind Informationen aus Stücklisten unentbehrlich: Sie dienen der Bedarfsermittlung, steuern den Einkauf und sind Grundlage für die Montage in der Fertigung. Schließlich bilden sie die Basis für Kalkulationen und dienen der Ermittlung der Materialkosten. Problematisch wird es jedoch, wenn für den Bau einer Anlage oder Maschine zwei Stücklisten vorliegen. Eine aus der Mechanik und eine weitere aus der Elektrotechnik – wie es in vielen Montage- und Fertigungshallen verschiedenster Branchen üblich ist. Während auf der mechanischen Seite Entwickler mit CAD-Software konstruieren und modellieren, setzen die Elektrotechnik-Entwickler ECAD-Software ein.

Aus 2 mach 1: Die Artikelstückliste

Es entstehen quasi nebeneinander zwei Stücklisten, die sich teils ergänzen, teils aber auch überlappen. Das macht deutliche Vorgaben aller involvierten Abteilungen wie Einkauf, Arbeitsvorbereitung oder Produktion unmöglich.

Weitere Probleme entstehen beispielsweise im Sondermaschinenbau – etwa wenn der Kunde bestellt und 20 Prozent der Anlage sich noch im Designstatus befinden. Hier entstehen Artikelnummern beziehungsweise Stücklisten erst nach und nach. Überdies können sich die auf eine Artikelnummer beziehenden Teile während der Entwicklungszeit noch ändern – ein übersichtlich anmutendes Szenario.

Um unter diesen Umständen aus zwei Stücklisten eine einzige, fehlerfreie und den Anforderungen entsprechende Stückliste zu generieren, muss der Prozess der Zusammenführung händisch durchgeführt werden. Dies kostet Zeit und Geld und ist auch eine fehleranfällige Prozedur. Da wird der Ruf nach einer reibungslosen Abstimmung zwischen Entwicklung und Produktion ­beziehungsweise der simultanen Produktentwicklung immer lauter.

Vorüberlegungen zur mechatronischen Artikelstückliste

Mechatronische Stücklisten bedürfen einiger Überlegungen im Vorfeld. Der Artikelstamm muss so aufgebaut sein, dass seine Artikelnummern für alle an das PDM-System angeschlossenen, unterschiedlichen Entwicklungsumgebungen tauglich sind. Oder beispielhafter: Wie muss eine Artikelnummern-Vorschrift strukturiert sein, dass sie als verbindendes Glied zwischen CAD, ECAD und auch ERP von einem PDM-System gemanagt werden kann?

Regeln für die Zusammenführung

In Ergänzung zur Notation von Artikelnummern benötigt das PDM-System ein Regelwerk: Wie soll das System reagieren, wenn beispielsweise in einem ECAD-Schaltplan drei gleiche Artikel gesetzt sind und in der CAD-Konstruktion derselbe mechanische Artikel vierfach verwendet wird? Oder wenn teilweise native Änderungen im mechanischen CAD überschrieben werden und danach noch einmal in der PDM-Stückliste?

Gain Collaboration bietet unternehmensweite Unterstützung

Das PDM-System Gain Collaboration vereint native CAD- und ECAD-Stücklisten in einer singulären artikelbasierten, elektromechanischen Stückliste – und das voll automatisiert. Auf Wunsch übergibt die PDM-Lösung Informationen dieser neuen Stückliste auto­matisch an ein ERP-System. Damit dieser Prozess gelingen kann, müssen Artikelnummern logischerweise von vorneherein vom PDM-System vergeben werden.

Zusammenführung von mechanischer und elektrotechnischer Stückliste zur Artikelstückliste mit Übergabe zum ERP-System.(Bild:  Marc Iser)
Zusammenführung von mechanischer und elektrotechnischer Stückliste zur Artikelstückliste mit Übergabe zum ERP-System.
(Bild: Marc Iser)

Für die unternehmensweite Kommunikation der neuesten Informationen in Echtzeit lassen sich Artikelnummern zudem mit der Information ihres Entwicklungsstatus versehen. So sind angeschlossene Abteilungen, wie beispielsweise der Einkauf, sofort informiert, ob ein Artikel freigegeben ist oder nicht. Konkret: Ändert sich ein Artikel, wird dieser in Gain Collaboration auf „Entwicklung“ zurückgesetzt und im ERP-System geflaggt. So sind Fertiger oder Einkäufer umgehend darüber informiert, dass beispielsweise noch eine Änderung einfließen muss.

Change Engineering, das sich gleich mehrfach auszahlt

Fazit: Die mechatronische Artikelstückliste bringt unternehmensweit erhebliche Vorteile mit sich. Die Benefits einer redundanzfreien Stück- und damit Bestellliste liegen auf der Hand:

  • Zeitersparnis, da manuelle Nach­arbeitungen vermieden werden

  • bessere Datenqualität dank konsistenter Daten

  • Verbesserung der Zusammenarbeit beteiligter Abteilungen

Der anfängliche Aufwand für den Change Engineering Prozess lohnt sich. Denn: Einmal im Unternehmen implementiert, steht einem effektiven simultanen Engineering nichts mehr im Weg.

Der Autor Marc Iser ist Inhaber der Kommunikations-Agentur flow4u.

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