Digital Engineering Magazin 08/2017

Digitaler Zwilling der gesamten Wertschöpfungskette

Liebe Leser,
im Zeitalter der digitalen Transformation wachsen die Bereiche IT und Automation stärker zusammen. Elektronik und Software entwickeln sich zu immer wichtigeren Bestandteilen von Maschinen, Anlagen und anderen Produkten. Elektronik und Software führen zu vielen Produktinno­vationen und neuen Funktionen. Nehmen wir zum Beispiel das auto­nome Fahren. Auf der Straße lassen sich die vielen Testkilometer gar nicht mehr abspulen, die notwendig sind, um bei einem selbstfahrenden Auto alle Situationen zu testen, in die ein computergesteuertes Fahrzeug geraten kann. Nur Simulation und Berechnung können diese in einer vertretbaren Zeit abbilden, analysieren und beurteilen. Dafür sind viele Millionen von virtuellen Testkilometern nötig. Simulationslösungen gelten deshalb als Schlüsseltechnologie.
In der künftigen Produktentwicklung wird auch der digitale Zwilling immer wichtiger. Dabei handelt es sich um die möglichst realistische Abbildung eines realen Produkts. Entwickler können dadurch bereits in sehr frühen Phasen der Entwicklung Aussagen über Verhalten, Funktion oder Performance eines Produktes treffen – ohne dass ein reales Bauteil existiert. Das Ziel ist ein digitaler Zwilling der gesamten Wertschöpfungskette, an dem sich virtuell Simulationen, Tests und Optimierungen vornehmen lassen – und zwar viel schneller und kostengünstiger als in der Realität.
Wie sich ein virtuelles Abbild einer Maschine als digitaler Zwilling für den Service nutzen lässt, beschreibt die Titelstory auf Seite 14. Der Digital Twin lässt sich bei Änderungen innerhalb der Maschine, zum Beispiel, wenn ein Produkt defekt ist und gegen ein neues ausgetauscht werden muss, mit den tatsächlichen und aktuellen Daten der Maschine abgleichen.
Der digitale Zwilling und die ­Digitalisierung in der Fertigungsindustrie spielen auch im Interview mit Dr. Jan Mrosik, dem CEO der Siemens-Division Digital Factory, eine wichtige Rolle. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 16.
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Rainer Trummer,
Chefredakteur

 

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