Ergonomisches Handling von Maschinenhauben Aktuatoren und Gasdruckfedern im kraftvollen Zusammenspiel

Von Robert Timmerberg 4 min Lesedauer

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Bei der Fertigung von Batteriestiften müssen Bediener regelmäßig die schweren Hauben der Werkzeugmaschinen öffnen. Bisher unterstützten Gasdruckfedern von ACE diesen Prozess. Um den Bedienkomfort weiter zu steigern, prüfte Anwender KeyTec den Einsatz zusätzlicher Aktuatoren. Die Kombination beider Systeme erleichtert das Handling der Maschinenhauben deutlich.

Für die Arbeit im Innenraum der Werkzeugmaschine gilt es, 45 kg schwere Schallschutzhauben zu öffnen. Die Kombination aus elektromechanischen Antrieben und Gasdruckfedern erhöht die Ergonomie.(Bild:  KeyTec Netherlands)
Für die Arbeit im Innenraum der Werkzeugmaschine gilt es, 45 kg schwere Schallschutzhauben zu öffnen. Die Kombination aus elektromechanischen Antrieben und Gasdruckfedern erhöht die Ergonomie.
(Bild: KeyTec Netherlands)

Nach dem Motto „Wir industrialisieren Ihre Ideen“ unterstützt das Unternehmen KeyTec seit 1999 Kunden aus aller Welt mit Metall- und Kunststoffkomponenten in mittleren und hohen Stückzahlen. Als Business-to-Business-Zulieferer setzt man unter anderem am Hauptsitz in Sittard in den Niederlanden eine breite Palette von Produktlösungen für die Automobil-, Energie- und Konsumgüterindustrie sowie für gewerbliche Kunden um. Das Spektrum reicht von Einzelteilen über Multitechnologieprodukte bis hin zu Unter- und Baugruppen. Dazu gehören auch deren Oberflächenbehandlung und Montage durch Stanzen, Spritzgießen und verwandte Technologien.

Gesucht: Mehr Bedienkomfort in der Metallbearbeitung

An den Hauben der Werkzeugmaschinen arbeiten Aktuatoren und Industriegasfedern Hand in Hand.(Bild:  KeyTec Netherlands)
An den Hauben der Werkzeugmaschinen arbeiten Aktuatoren und Industriegasfedern Hand in Hand.
(Bild: KeyTec Netherlands)

Für verschiedene Kunden aus der Elektronikbranche führt das Unternehmen bestimmte Arbeitsschritte für die Produktion von Batterien aus. In diesen sind Sonderstifte verbaut, von denen im Stammsitz in Sittard pro Jahr circa eine Milliarde Stück im Dreischichtbetrieb in verschiedenen Ausführungen hergestellt werden. Dafür sind Maschinen notwendig, die Drähte präzise verarbeiten und bei hoher Produktivität für einheitliche Qualität sorgen. Die Bearbeitung erfolgt vom Coil, wobei das Richten, Abschneiden und Kaltverformen in der Maschine stattfindet. Ein Mal pro Schicht, also alle acht Stunden, werden diese Maschinen vom Bedienpersonal mit neuem Rollenmaterial versorgt. Dafür müssen jeweils die circa 45 Kilogramm schweren oberen Hauben der Maschine geöffnet werden. Dies ist auch regelmäßig nötig, wenn die Werkzeuge der Maschinen zu reinigen sind oder wenn die Hauben in seltenen Fällen bei Maschinenausfällen den Zugang zum Inneren der Maschinen freigeben sollen.

Das geschlossene Maschinengehäuse soll den Schall effektiv dämmen. Zudem sollen die integrierten Antriebe ebenso wie die Elektronik und Zentralschmierung für das Wartungsteam von allen Seiten leicht zugänglich sein. Dafür sind unter anderem an jeder Haube jeweils zwei Industrie-Gasdruckfedern vom Typ GS-28-200-EE-920N von ACE zuständig. Diese einbaufertigen, wartungsfreien, in sich geschlossenen Systeme sind langlebig und mit einem unter Druck stehenden Stickstoffgas gefüllt. Mit einer Ausschubkraft von ursprünglich 920 Newton pro Gasdruckfeder unterstützten sie die Muskelkraft des Bedienpersonals zuverlässig beim Öffnen und Schließen der Hauben.

Gefunden: Aktuatoren in Kombination mit vorhandenen Gasfedern

Han Titulaer vom BeNeLux-Vertriebsteam sprach darauf die Zugehörigkeit zur Stabilus-Gruppe an und stellte die elektromechanischen Antriebe namens Industrial Powerise vor. Diese verrichten seit vielen Jahren als Aktuatoren an Heckklappen sowie an Motor- und Kofferraumhauben in verschiedensten Modellen der bekanntesten Automobilhersteller millionenfach und zuverlässig ihre Dienste. Für den industriellen Einsatz in den vergangenen Jahren adaptiert und perfektioniert, eignen sich diese Komponenten daher auch für die 45 Kilogramm schweren Hauben an den Werkzeugmaschinen in Sittard – und das im Zusammenspiel mit den bereits installierten Gasdruckfedern. Unter der Nutzung von deren Ausschubkräften, die per Reduzierung des Stickstoffs über das Ablass- und Füllventil auf 700 Newton pro Exemplar verringert wurden, ermittelte das Team für diesen speziellen Fall zusätzlich Antriebe vom Typ IPR35-V-24A-200-8-65C als am besten geeignete Komponenten zur Steigerung des Bedienkomforts.

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Einmal montiert und wahlweise gespeist über einen 12- oder einen 24-Volt-Anschluss, machen diese elektromechanischen Antriebe auf Knopfdruck zuverlässig Hubbewegungen von 200 Millimetern Länge bei Spindelsteigungen von acht Millimetern pro Umdrehung möglich. Das Heben und Senken findet in diesem Fall mit einer zusätzlichen Kraft von 65 Newton pro Aktuator in Kombination mit den Gasdruckfedern statt. Diese genauen Werte stellten Ralf Küppers vom technischen Vertrieb und Robin Hilke als Produktmanager für Industrial Powerise vor Ort ein, wobei zusätzlich die elektrische Steuerung über analoge Schnittstellen genau den Maschinenhauben angepasst werden konnte.

Robin Hilke, ACE Stoßdämpfer GmbH, Produktmanager Industrial Powerise.(Bild:  ACE)
Robin Hilke, ACE Stoßdämpfer GmbH, Produktmanager Industrial Powerise.
(Bild: ACE)

„Unseren Partnern war eine sensible Hinderniserkennung wichtig, die wir über unsere Software zusammen eingestellt haben“, erklärt Produktmanager Robin Hilke. „Dabei sind wir von Krafteinwirkungen von geschätzt 30 Newton an der Vorderkante beim Schließen der Haube ausgegangen. Dadurch werden Hindernisse wie etwa Finger oder Hände erkannt, und die Bewegung stoppt innerhalb von Millisekunden, bevor Verletzungen oder Schäden entstehen.“

Industrial Powerise IPR35:
Die neue Klasse elektromechanischer Antriebe
 

Industrial Powerise gewährleisten in vielen industriellen Anwendungen Sicherheit und Komfort und erleichtern die Wartung. Dabei fußen diese Komponenten auf dem IATF-zertifizierten Antrieb der Automotive Powerise von Stabilus, dem Mutterunternehmen des Herstellers, das Aktuatoren für Heckklappen, Motor- und Kofferraumhauben von PKW und SUV herstellt.
 
Neben der elektrischen Bewegung profitieren Konstrukteure und Anwender von wartungsfreier Nutzung und bequemer manueller Verstellung. In Kombination mit den Gasfedern der Stabilus-Gruppe bieten die Antriebe die singuläre Verbindung von dynamischer Kraft und Lastausgleich. Die Steuerung wurde von Stabilus eigens für diese Antriebe entwickelt und in Deutschland hergestellt. Sie ermöglicht die automatische Steuerung von zwei Aktuatoren gleichzeitig, wobei drei Betriebsmodi zur Wahl stehen: Push-and-Hold im Tippbetrieb, Automatik auf Tastendruck und Tip-to-Run, wenn die manuelle Bewegung ausgelöst werden soll.
 
Das modulare Baukastensystem ist individuell konfigurierbar und lässt sich einfach anpassen, wobei der Hersteller partnerschaftlich die passende Lösung für die Kundenanforderungen mitentwickelt. Die Antriebe sind ab Lager in Langenfeld ab Stückzahl eins bis zu jeder gewünschten Anzahl sofort lieferbar.

Generell sind die neuen Aktuatoren mit Spindelsteigungen zwischen zwei und 25 Millimetern erhältlich und übernehmen das Heben, Senken und Positionieren wahlweise mit Kräften zwischen 250 und 4000 Newton. Mittels Hubbereichen zwischen 50 und 350 Millimetern können sich Konstrukteure für ihre Anwendungen für eine ebenso präzise wie leistungsstarke und vielfältige Bewegungssteuerung in der Vertikalen und Horizontalen sowie als Positionierungssystem entscheiden. Weil der Geräuschpegel des Antriebs nur 55 Dezibel (A) beträgt, machen die elektromechanischen Antriebe überdies einen leisen Betrieb möglich. Zudem bedeutet die Kombination mit den Gasfedern eine Entlastung für den Antrieb.

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Der Autor Robert Timmerberg M. A. ist Fachjournalist (DFJV) und Geschäftsleiter der Agentur plus2.