Rund 170 Aussteller und Referenten aus dem In- und Ausland haben vom 13. bis 15. Mai 2025 auf der 21. rapid.tech 3D aktuelle Entwicklungen und Anwendungen des Additive Manufacturing (AM) präsentiert.
Interessierte Besucher und angeregte Gespräche an den Ausstellungsständen.
(Bild: Christian Seeling/Messe Erfurt)
Für Aussteller, Referenten und Besucher ist es die Mischung aus Kongress, Ausstellung und Netzwerkformaten, die die Erfurter Fachveranstaltung rapid.tech 3D auszeichnet, und für ein hohes fachliches Niveau sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf Anwenderseite sorgt. Besonders gut kam die in diesem Jahr nochmals enger gestaltete Vernetzung zwischen den Vortragsräumen und der Ausstellungshalle an. Von diesem Austausch profitieren alle Beteiligten, war vielfach als Fazit zu hören.
Standardisierungslösungen und kosteneffizienter Großformatdruck
Lösungen für ein Hauptproblem der additiven Fertigung bietet die Qualified AM an. Gregor Reischle hat das Unternehmen vor einem Jahr gegründet mit dem Ziel, Standards für die additive Fertigung für alle regulierten Industrien anzubieten. Er selbst verfügt seit acht Jahren über Expertise in diesem Bereich. Bewusst hat er die rapid.tech 3D gewählt, um die Leistungen von Qualified AM vorzustellen. „Die Veranstaltung passt durch ihren wissenschaftlichen Ansatz und ihre Qualität perfekt für uns. Hier finden wir die fachkundigen Besucher vor, die die Prozessketten verstehen.“
Eine kosteneffiziente Lösung für die großformatige additive Fertigung stellte das italienische Unternehmen Ginger Additive in Erfurt vor. Mit dem Pellet-Drucker produziert das Team bisher vor allem für Bereiche wie Architektur, Design und Interieur. Jetzt will das Unternehmen stärker in industrielle Anwendungen gehen und demonstrierte sein Leistungsspektrum mit einem Drucker. Rouven Jost verantwortet die Kommerzialisierung auf dem deutschen Markt. Der Auftritt in Erfurt habe ihn positiv überrascht: „Es kommen die richtigen Besucher, die interessiert sind und sich in der Materie auskennen.“
Auf viel Interesse stieß auch das Angebot der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Insbesondere die Fertigung geschäumter Kunststoffteile, die Technische Niere als Filtersystem nach Vorbild der Natur sowie die winzigen Photonen für verschiedene Mikroanwendungen sorgten für Aufmerksamkeit. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Kerstin Michalke zieht eine gute Bilanz für den Auftritt der Hochschule: „Wir sind jährlich auf der rapid.tech 3D vertreten. Für uns ist es ein gutes Podium. Und es ist auch gut für Thüringen.“ Besonders gefreut hat sie sich über die noch engere Verbindung zwischen Ausstellung und Kongress. Dieses Urteil teilt sie mit vielen weiteren Ausstellern und Besuchern.
Netzwerkformate: Technical Deep Dives Touren und Expertentische
Zu dieser Vernetzung haben insbesondere Formate wie die Technical Deep Dives Touren und die Expertentische beigetragen. Bei den Technical Deep Dives erhielten die Teilnehmer direkt an den Ausstellerständen kurz und fundiert Einblicke in neue Technologien und Anwendungen. An den Expertentischen wurde unter anderem über die Rolle des 3D-Drucks im Dental-Handwerk, über die additive Fertigung in der Implantologie, im Werkzeug- und Formenbau, über Herausforderungen des großformatigen PBF/LB-M-Drucks sowie zu Fragen der Normung und Standardisierung im kleinen Kreis diskutiert.
Innovative und profitable AM-Lösungen im Fokus des Fachkongresses
Die Themen Innovation und Profitabilität bestimmten die vier Keynotes und 60 Vorträge im Fachkongress. In der Auftakt-Keynote sprach Dr. Karl-Heinz Dusel, Leiter der Technologieentwicklung für die additive Fertigung bei der MTU Aero Engines, über die Notwendigkeit sowie die Möglichkeiten, AM als eine wettbewerbsfähige Technologie in der Luftfahrtindustrie zu etablieren. Er zeigte die Wege von MTU dafür auf und nannte Vorgehensweisen zur Kostenreduzierung als wesentlichen Schlüssel.
Den zweiten Tag eröffnete Pat Warner, Advanced Digital Manufacturing Manager im BWT Alpine Formula One Team. Er gab exklusive Einblicke in die Formel-1-Welt, in der AM mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist. Den Schwenk zum Produktionsalltag vollführte Max Schaukellis, Senior Projektleiter bei Roland Berger, mit seiner Keynote zur automatisierten AM-Fabrik. Diese mittels KI und Robotik verkettete automatisierte Produktion werde in circa fünf bis zehn Jahren in die Fläche ausgerollt, prognostizierte er.
Die Abschluss-Keynote schloss thematisch den Kreis zur Eröffnungs-Keynote. Dr. Remzi Ecmel Ece, Manager der Abteilung Additive Fertigung bei Turkish Aerospace, stellte Weg und Vision der türkischen Luft- und Raumfahrt bei AM speziell für den Anwendungsbereich Flugzeugstrukturen vor. Dafür hat das Unternehmen eine Strategie-Road-Map aufgestellt, um in einem Zeitraum von 2022 bis 2027 die Fertigung zertifizierter AM-Bauteile für die Luftfahrtindustrie zu etablieren.
Auf der rapid.tech 3D sorgen Partnerschaften für hohe Programmqualität
Vertieft wurden die Themen aus den Keynotes in den Fachforen Aerospace, AM4industry, Wissenschaft, Elektronik & Komponenten, Chemie & Verfahrenstechnik, Mobilität, KI, Software & Design, Energietechnik und Wasserstoff. Das Forum Innovationen in AM bot spezielle Sessions zu AM in der Verteidigungstechnik und in der Medizintechnik. Für die hohe Qualität des Programms sorgte nicht zuletzt die erneute Zusammenarbeit mit dem ideellen Träger VDMA Additive Manufacturing sowie den Kooperationspartnern Dechema und 3-D MID.
Stand: 16.12.2025
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Podiumsdiskussionen zu Internationalisierung, Innovationen und Wirtschaftlichkeit des AM-Marktes
Zum Abschluss diskutierten die Fachbeiratsmitglieder (vlnr) Michael Eichmann/Stratasys, Carl Fruth/FIT, Dr. Özlem Weiss/Expertants und Martin Neff/Arburgadditive mit Moderator Dr. Eric Klemp/Whitecell Eisenhuth die Frage, wie man mit additiver Fertigung Geld verdienen kann.
(Bild: Christian Seeling/Messe Erfurt)
Die Podiumsdiskussionen griffen nochmals wesentliche Themenstellungen aus verschiedenen Blickwinkeln auf. Die Internationalisierung des AM-Marktes stand am ersten Veranstaltungstag auf dem Programm. Hier spielten aktuell die Einflüsse der US-Politik und das Vordringen chinesischer Anbieter eine Rolle. Wichtig sei, dass es in Deutschland und Europa den politischen Willen gibt, die AM-Technologien voranzubringen. Insofern ist die im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung formulierte Förderung der additiven Fertigung ein positives Signal. Als Chance werteten die Diskussionsteilnehmer auch den Weg, sich insbesondere in der Wehrtechnik unabhängiger von den USA zu machen. Das könne zu einem weiteren Entwicklungsschub führen.
Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten Mitglieder des Fachbeirates die Frage, die letztendlich über den Einsatz von AM entscheidet: Ist das wirklich profitabel? Innovation und Wirtschaftlichkeit bilden dabei zwei Seiten einer Medaille. Denn innovativ zu sein, heißt mit neuen Produkten und Leistungen Geld zu verdienen. Insofern wird sich die additive Fertigung gegenüber konventionellen Verfahren und Prozessen behaupten, wenn sie für den Kunden einen Mehrwert bietet. Die Diskutanten verwiesen auf Beispiele, die auch auf der Messe vorgestellt wurde, wie individuell gefertigte Schädelimplantate, die mit anderen Möglichkeiten gar nicht zu produzieren sind. Auch im Aerospace-Bereich finden sich Teile, die innovativ und damit profitabel sind.
Hochkarätige Auszeichnungen verliehen
In diesem Jahr wurden gleich mehrere hochkarätige Auszeichnungen verliehen. Der seit zehn Jahren veranstaltete internationale Designwettbewerb 3D Pioneers Challenge kürte zum Jubiläum der Schau in Erfurt den „Pionier der Dekade“. Die Ehrung erhielt das Team des Dvirs Lab der Tel Aviv University für ein 3D-gedrucktes, schlagendes Herz aus Stammzellen.
Ebenfalls ausgezeichnet wurden Dr. Dieter Schwarze und Dr. Matthias Fockele. Die Physiker sind Wegbereiter des Metall-3D-Drucks, der heute unter dem Namen LPBD zu den meistgenutzten metallischen AM-Verfahren gehört. Sie erhielten den Big Five Award 2024 für herausragende Leistungen in der additiven Fertigung.
Erstmals wurde der „Best Paper Award“ verliehen. Die wissenschaftliche Review-Kommission vergab diesen Premieren-Preis an Stefan Brenner von der Universität der Bundeswehr München. Sein Vortrag befasste sich mit der Fertigung von vakuumdichten Hochfrequenzkavitäten per Multi-Material PBF-LB/M, die als Schlüsselkomponenten in linearen Teilchenbeschleunigern eingesetzt werden.
Wechsel an der Spitze des Fachbeirates
Dr. Karsten Heuser von Siemens (l.) übernimmt den Staffelstab als Fachbeiratsvorsitzender der rapid.tech 3D von Stratasys-Manager Michael Eichmann als Beiratsvorsitzender (M). Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt, gratuliert.
(Bild: Christian Seeling/Messe Erfurt)
Der langjährige Vorsitzende des Fachbeirats Michael Eichmann hat sein Amt abgegeben. Der Manager bei Stratasys hat die Erfurter Veranstaltung von Anbeginn als ein leidenschaftlicher Gestalter und Verfechter für die Entwicklung des 3D-Drucks mit aufgebaut und geprägt. Er wird als Ehrenvorsitzender des Beirats weiterhin mit der Veranstaltung verbunden bleiben. Die Messe Erfurt dankt ihm herzlich für sein enormes Engagement.
Der Nachfolger von Michael Eichmann ist Dr. Karsten Heuser. Der Experte für additive Fertigung verantwortet bei Siemens Digital Industries die AM-Aktivitäten. Er gehört außerdem dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing beim VDMA sowie weiteren Gremien an, die sich der Industrialisierung der additiven Fertigung widmen. Dr. Heuser wird den Beirat gemeinsam mit Prof. Dr. Seidel von der Hochschule München führen, der seit 2023 einen Beiratsvorsitz innehat.
Die nächste rapid.tech 3D findet vom 5. bis 7. Mai 2026 in Erfurt statt.