Projekt: Vernetzte Produktion vor Cyberangriffen und Spionage schützen

Über 20 Partner aus Industrie und Forschung beteiligen sich am „Nationalen Referenzprojekt zu IT-Sicherheit in der Industrie 4.0“ namens IUNO, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel ist ein umfassender Werkzeugkasten für Industrie 4.0 für die mittelständische deutsche Industrie sein, wobei IT-Sicherheit in allen vertikalen und horizontalen Wertschöpfungsketten integriert werden soll.

Auf der Fachmesse SPS IPC Drives in Nürnberg, Europas führender Fachmesse für elektrische Automatisierung, wurde IUNO am 25.11.2015 erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen einer IUNO-Podiumsdiskussion im VDMA Forum diskutierten die IUNO-Partner Ernst Esslinger (Homag Group, Schopfloch), Oliver Winzenried (Wibu-Systems, Karlsruhe), Dr. Wolfgang Klasen (Siemens, München) und Prof. Dr. Claudia Eckert (Fraunhofer-AISEC, München).

Das Projekt IUNO will Bedrohungen und Risiken für intelligente Fabriken identifizieren und Schutzmaßnahmen für Hersteller entwickeln. Das Ziel dieses fachübergreifenden Forschungs- und Entwicklungsprojekts ist es, nachhaltige Entwürfe und Methoden zu entwickeln, die die besonderen Anforderungen an IT-Sicherheit hinsichtlich Einsatz, Skalierbarkeit, Robustheit und Wirtschaftlichkeit für Industrie 4.0-Prozesse erfüllen.

Dieses Ziel erfordert einen Paradigmenwechsel bei den Schutzkonzepten, die in der industriellen Produktion zum Einsatz kommen. Die Projektaufgabe widmet sich daher dem Schutz eines sich dynamisch und frei zu entfaltenden Wertschöpfungsnetzes, welches die sich vielfältig entwickelnden Produktionsstrukturen gemäß Industrie 4.0 unterstützt. Das Risikomanagement von IT-Sicherheitslösungen erstreckt über unterschiedliche Wertschöpfungsnetzwerke und wird im Projekt in der Modellierung von Produktionsszenarien und Umsetzung von Demonstratoren entsprechend berücksichtigt. Die Konsortiumspartner konzentrieren sich auf umfangreiche Wertschöpfungsketten, darstellbar anhand von Szenarien einer vernetzten, kundenspezifischen Produktion, der Weiterentwicklung zukünftiger Fernwartungsanwendungen und der Einrichtung eines digitalen Marktplatzes zur Vermarktung von Technologiedaten. Die genannten Szenarien sollen dazu beitragen, um ein einheitliches Bild von IT-Sicherheit zu den Anforderungen von Industrie 4.0 zu entwickeln.

Die Entwicklungsergebnisse sollten sich am Ende des Projektes leicht auf beliebige, industrielle Umgebungen und Anforderungen übertragen lassen sein. Um dieses spezielle Ziel zu erreichen, sollte die Bedeutung des Projektes klar erkennbar sein. Kleine und mittelständische Unternehmen, die momentan die wirtschaftlichen Risiken großer Investitionen für Industrie 4.0 scheuen, werden unterstützt, damit sie in ihrem Fachgebiet Services, verknüpft mit Mehrwerten der vernetzte Systeme, anbieten können.

Die Partner haben die Themen von Industrie 4.0 in vier Anwendungsfälle und benötigte Sicherheitskonzepte aufgeteilt: kundenindividuelle Produktion (Sichere Produktion), Technologiedaten-Marktplatz (Sichere Daten), Fernwartung/Trusted Partner (Sichere Dienste) und visueller Security-Leitstand (Sichere Prozesse). Abhängig von den Anforderungen werden neue Lösungen entwickelt und die Schutztechnologie CodeMeter von Wibu-Systems erweitert. Sie wird dann in IUNO-Demonstratoren integriert und für unterschiedliche Zwecke genutzt.

Mit im Boot sind Bosch, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), die Fraunhofer Institute AISEC,  SIT, IESE, Infineon Technologies AG, Phoenix Contact Electronics, Siemens AG, Trumpf Werkzeugmaschinen, Technische Universität Darmstadt, Universität Kassel, Volkswagen (Technische Universität München (TUM).

Oliver Winzenried, Vorstand und Gründer von Wibu-Systems, erläutert: „Industrie 4.0 wird Europas Wirtschaft voranbringen. Die Voraussetzung für diesen evolutionären Schritt in der Industrie ist der Einsatz moderner, für Industrie 4.0 geeigneter Schutztechnologien. Jedes produzierende Unternehmen sollte in der Lage sein, auf einfache Weise bewährte und verlässliche Technologien für die intelligente Produktion zu nutzen und sowohl Produkt-Know-how als auch erforderliche Investitionen zu schützen sowie das Wertschöpfungspotential zu nutzen.“

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