Licht und Schatten vor der AMB

Die Russlandkrise wirft Ihre Schatten auch auf die Wekzeugmaschinenbranche, doch zeigt die sich stoisch – für einen guten Jahresabschluss und den Erfolg der AMB (16. bis 20. September in Stuttgart) mit vielen Neuheiten und Diskussionen.

Zur AMB 2014 erwartet die Messe Stuttgart mehr als 90.000 Fachbesucher und rund 1.300 Aussteller. Auf über 105.000 Bruttoquadratmetern sind Neuheiten und Weiterentwicklungen aus der Zerspantechnik und Präzisionswerkzeugeindustrie, aber auch Spannzeuge, CAD-, CAM-, CAE-, Software, Schleifmaschinen, Werkstück- und Werkzeughandhabung sowie Messtechnik zu sehen.

Russlandkrise

In Politik und Wirtschaft ist Russland dieser Tage beherrschendes Thema. Die Angst begründet sich darin, dass die von der EU beschlossenen Sanktionen Russland zu Gegensanktionen reizen könnte. Dennoch blicken die meisten Werkzeugmaschinenbauer recht zuversichtlich in die Zukunft, wie der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken VDW Ende August vermeldet. Das mag auch daran liegen, dass auch die Analysten ungerührt bleiben und die optimistische Wachstumsprognose von 4 Prozent ob des stabilen Westeuropageschäfts weiterhin bestätigen.

Trends und Themen

Diskutiert wird aber auch viel Technisches in der Werkzeugmaschinenbranche. Weiterhin dominieren da globale Themen wie Industrie 4.0 und Effizienzsteigerung, aber es geht auch um Hybridisierung der Maschinen, Software- und IT-Sicherheit, zunehmende Intelligenz der Maschinenperipherie und die Simulation von Bearbeitungsvorgängen.
Energie effizienter einzusetzen, ist keine neue Idee, aber die Sparkonzepte werden immer tiefer in die Planung der Anlagen und Fabriken integriert. So entwickeln Wissenschaftler an der Technischen Universität Darmstadt die im Rahmen der Industrie-4.0-Hightech-Initiative geförderte „eta-Fabrik“ und optimieren dabei das Gesamtgebilde „Fabrik“ über Disziplingrenzen hinweg. So wird beispielsweise die Abwärme der Maschinen thermisch gespeichert, um die Energie räumlich und zeitlich versetzt wieder zu nutzen. Beteiligt an dem Projekt sind unter anderem Firmen wie Bosch Rexroth, die Grob-Werke, die Gebr. Heller Maschinenfabrik und Siemens.
Leichtbau spielt im Maschinenbau immer dann eine Rolle, wenn es um hochdynamische Prozesse geht, bei denen Massen möglichst schnell beschleunigt und wieder abgebremst werden müssen. Ein Beispiel hierfür ist ein Leichtbauschlitten aus kohlen-stofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) der gerade am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt wird. Er ist nicht nur deutlich leichter als seine stählernen Konkurrenten, sondern lässt sich vor allem durch Zufügen von Masse in seinem Schwingungsverhalten verändern, um das Eigenfrequenzverhalten zu beeinflussen und damit die Leistungsfähigkeit der Maschine zu verbessern. Entsprechende Komponenten sollen in rund fünf Jahren frei am Markt erhältlich sein.
Bei all der Komplexitätssteigerung bei den Maschinenkonzepten beispielsweise durch die Ideen von Industrie 4.0 und der Hybridisierung steigen die Ansprüche an die Arbeitsvorbereitung.
Ein „multitechnologischer“ Zerspanprozess umfasst neben der Bearbeitungsfolge und Werkzeugplanung vor allem umfangreiche und erfahrungsintensive Programmierarbeiten. Manuell lässt sich das kaum noch leisten. Dabei spielt die Simulation auf Bearbeitungsebene und durchgängige CAD-CAM-CNC-Prozessketten eine zunehmend entscheidende Rolle.

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