Kongress in Würzburg: Lanxess zeigt Kunststoffe für die Elektroindustrie

Der Chemie-Konzern und Werkstofflieferant Lanxess wirkt beim Kongress „Kunststoffe in E&E-Anwendungen“ (10. bis 11. Juni 2015) des Süddeutschen Kunststoff-Zentrums (SKZ) auf der Festung Marienberg in Würzburg mit eigenem Stand auf der begleitenden Ausstellung mit. Im Fokus stehen verstärkte, aber dennoch sehr verzugsarme Polyamid- und PBT-Compounds, ein kostenoptimiertes Polyamid 6 für die Substitution mineralgefüllter Polyamide und leichtfließende PBT-Varianten für die wirtschaftliche Fertigung dünnwandiger Bauteile.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Polyester-Compounds für Anwendungen in der LED-Beleuchtungstechnik. Außerdem beteiligt sich das Unternehmen am Vortragsprogramm des Kongresses. So spricht Andy Dentel, Anwendungsentwickler bei der Lanxess-Tochter Bond-Laminates, am 10. Juni zum Thema „Einsatzpotenzial thermoplastischer Faserverbunde für E&E-Anwendungen – Überblick und Stand der Technik“. In geht es unter anderem um neue flammgeschützte Varianten des Hochleistungsverbundwerkstoffs Tepex, die auf einer Polycarbonat-Matrix basieren. Weiterhin erläutert Dentel die Chancen, die flammgeschütztes Tepex in der Fertigung von Gehäuseteilen etwa im Bereich der Stromübertragung und -verteilung hat. Ein weiteres Thema sind elektrisch leitfähige Materialtypen von Tepex, die zum Beispiel in Anwendungen mit besonderen Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zum Einsatz kommen können.

Besonders verzugsarm, exzellente Oberflächenqualität

Verstärkte, flammgeschützte Polyamid- und PBT-Compounds mit geringer Verzugsneigung sind vor allem in der Konstruktion geometrisch filigraner und großflächiger Gehäuseteile gefragt. Lanxess ist mit Pocan AF einer der wenigen Anbieter, der Blends aus PBT und ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylester-Copolymer) für dieses Anforderungsprofil im Sortiment hat. „Sie ergeben exzellente Oberflächen, bilden kaum Beläge im Spritzgießwerkzeug und sind nur schwer entflammbar“, erklärt Alexander Radeck, Experte in der Anwendungsentwicklung der Lanxess Business Unit High Performance Materials. Die hohe Flammwidrigkeit zeigt sich in einer V0-Klassifizierung nach der Prüfung UL 94 der US-Prüfgesellschaft Underwriter Laboratories (UL) und einem entsprechenden Eintrag auf der UL-Yellow Card.

Polyamid: Kostengünstige Alternative mit mehr Leistung

Als besonders verzugsarme Polyamid 6-Typen zeigt Lanxess die unter anderem mit Mikroglaskugeln verstärkten Kunststoffe Durethan BG 30 X F30 und Durethan BG 30 X FN01. Letzterer ist halogenfrei flammgeschützt und hat zum Beispiel eine UL f1-Listung für den Einsatz in Außenanwendungen unter UV-Licht- und Wassereinwirkung.

Das zur Substitution von mineralgefülltem, flammgeschütztem Polyamid 6 maßgeschneiderte Durethan BKV 25 FN27 bietet mehr Leistung bei einem vergleichbaren Preis. „Es schwindet ebenfalls isotrop, ist aber steifer und fester, frei einfärbbar und leichter per Ultraschall zu schweißen. Außerdem ist seine Dichte geringer“, so Radeck. In der Glühdrahtprüfung nach IEC 60695-2-12 erreicht das halogen- und phosphorfrei flammgeschützte Material mit 960 °C den für Kunststoffe bestmöglichen GWFI-Wert (Glow Wire Flammability Index) bei Prüfkörperdicken unter einem Millimeter. Eine mögliche Anwendung sind Niederspannungsschaltgeräte.

Um bis zu 20 Prozent kürzere Zykluszeiten

Die extrem leichtfließenden PBT-Varianten Pocan XF sind mit 10 bis 55 Prozent Glasfasern verstärkt. „Trotz der höheren Fließfähigkeit sind sie hydrolysebeständiger als vergleichbare Standard-PBT-Typen – und das bei ähnlichen mechanischen Eigenschaften“, erklärt Radeck. Eine weitere Stärke ist die sehr gleichmäßige Verteilung der Glasfasern in Bauteilbereichen mit dünner Wanddicke. Als Exponat zum Thema ist in Würzburg unter anderem ein Walzenträger aus Pocan C 3230 XF für eine Küchenmaschine zu sehen.

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