ERP ist wichtigste Unternehmenssoftware in Europas Automobilindustrie

ERP-(Enterprise-Resource-Planning-)Software ist und bleibt vorerst die am weitesten verbreitete Unternehmensanwendung in der europäischen Automobilindustrie, da andere Anwendungen es bisher nicht geschafft haben, sich ähnlich stark zu etablieren.

Zu dieser Einschätzung kommt eine neue Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Dieses Ergebnis stützt die sich auf die telefonische Befragung von IT-Verantwortlichen und Einkäufern von Unternehmensanwendungen. Befragt wurden dabei IT-Manager in europäischen Automobilunternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern, wobei mehr als zehn Prozent aller europäischen Automobilunternehmen erfasst wurden. Die Analyse von Frost & Sullivan zeigt die Einstellungen und Investitionsabsichten der europäischen Automobilbauer in Bezug auf Unternehmensanwendungen und gibt Auskunft über den Bestand an Unternehmenssoftware und die dafür vorgesehenen Ausgaben, über die Vorstellungen der Kunden, welchen betrieblichen Prozessen sich Unternehmensanwendungen widmen sollen, und über die Kriterien, nach denen die Auswahl zwischen den verschiedenen Anbietern erfolgt.

Die Ergebnisse verheißen nach Andrew Ball, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan, eine glänzende Zukunft für die etablierten Anbieter von ERP-Software. Andere Unternehmen werden allerdings Probleme haben, neue Produkte abzusetzen. Laut Befragung ist ERP die Anwendungskategorie, in die Automobilunternehmen am ehesten investieren. Und das zunächst einfach deshalb, weil die vorhandene ERP-Software, die für viele Unternehmen längst unentbehrlich ist, ständig an die Veränderungen der betrieblichen Abläufe angepasst werden muss. Hinzu kommen die Bemühungen der Automobilzulieferer um eine Standardisierung von ERP-Anwendungen als Voraussetzung für die engere Zusammenarbeit mit ihren Kunden, den Automobilherstellern, die zusätzlich dazu beitragen werden, dass ERP seine Führung ausbaut.

Große Einigkeit herrschte auch über die strategische Bedeutung von SCM-(Supply-Chain-Management-)Anwendungen, auch wenn viele der befragten Unternehmen noch nicht ernsthaft in diese Lösungen investiert haben. Die potenziellen Kosteneinsparungen durch die Reduzierung der Vor-Ort-Lagerhaltung und die Automatisierung der Zulieferprozesse wurden jedenfalls weithin anerkannt. Frost & Sullivan geht davon aus, dass sich SCM zur zweitwichtigsten Softwarekategorie entwickeln wird, in die Automobilunternehmen in den nächsten drei Jahren investieren wollen. Interessanterweise jedoch betrachten die Einkäufer von Unternehmensanwendungen SCM nicht als eine von ERP unabhängige Softwarelösung, sondern als eine zusätzliche Funktionalität zur Ergänzung ihrer ERP-Anwendung. Dementsprechend wollen die Automobilunternehmen lieber mit ihrem bisherigen ERP-Anbieter zusammenarbeiten, als sich an einen SCM-Spezialisten zu wenden. (rar)

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.presse.frost.com

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