BULLS, Brose und Telekom bringen Intelligenz ins E-Bike

Der Fahrradhersteller BULLS, der E-Bike-Systemhersteller Brose und die Telekom präsentieren auf der Eurobike 2015 das gemeinsam entwickelte, vernetzte Elektrofahrrad „BULLS Sturmvogel E Evo“. Über eine Smartphone-App lassen sich in Zukunft jederzeit Informationen zum Standort des Rades und des Akku-Zustands abrufen. Möchte der Kunde ein Plus an Service, kann er BULLS und Brose beauftragen, den vernetzten Elektro-Antrieb regelmäßig via Ferndiagnose zu prüfen und sich über die App auf einen fälligen Service hinweisen lassen. BULLS plant den Marktstart des Sturmvogels E Evo als vernetztes Sondermodell für 2017. In der Saison 2016 wird das E-Bike ohne die vernetzten Features erhältlich sein.

Das „zentrale Nervensystem“ des Rades ist eine Streichholzschachtel große Technikeinheit, fest im Rahmen des E-Bikes verbaut. Die sogenannte On-Board-Unit (OBU) ist mit einer SIM-Karte, einem Miniatur-Prozessor (Mikrocontroller), einer Bluetooth-Schnittstelle, einem Bewegungssensor und einem GPS-Modul ausgestattet. OBU und Elektro-Antrieb sind technisch über eine CAN-Bus-Schnittstelle miteinander verbunden, über die der E-Antrieb Informationen zu Laufzeit und Ladezustand übermittelt. Die OBU sendet diese Daten über das Mobilfunknetz in ein hoch sicheres Rechenzentrum von T-Systems und auf die App des Nutzers. Stehen Software-Updates des Motors an, muss der E-Bike-Nutzer nicht mehr zum Händler: Die OBU empfängt die neue Antriebs-Software über eine Luftschnittelle und führt das Software-Update vollautomatisch über den CAN-Bus aus.

Keine bösen Überraschungen

Ob unterwegs oder zu Hause: Der Nutzer weiß immer, wo sich sein Rad befindet und wie weit er noch ohne Aufladen fahren kann. Bei Diebstahl lässt sich der Standort über die Smartphone-App oder die Cloud-Plattform ermitteln und direkt an die Polizei weitergeben. Der Bewegungssensor im Rad erkennt ungewöhnlich schnelles Abbremsen und extreme Schräglagen des Rades. Tritt ein solcher Fall ein, erkundigt sich das Rad zunächst via angebundenem Display, ob es dem Nutzer gut geht. Reagiert der Fahrer nicht und fährt er nicht weiter, schickt das Rad eine SMS mit Ortungsdaten an eine im Vorfeld bestimmte Person. Gerade bei Unfällen in abgelegenen Gebieten hilft das, den Radfahrer schneller zu finden und zu versorgen.

Via Ferndiagnose informiert die Service-App den Nutzer jederzeit über den Zustand seines E-Bikes. Durch die zahlreichen verbauten Sensoren wird der Verschleiß der Bremse, des Antriebs, des Akkus und zukünftig weiterer Komponenten analysiert. Inspektionen können auf diese Weise rechtzeitig durchgeführt und Verschleißteile zum richtigen Zeitpunkt ausgetauscht werden. Unerwartete Ausfälle durch platte Reifen oder ungeladene Akkus gehören der Vergangenheit an.

Weiterentwicklung für die Industrie

Die Partner entwickeln die Technik zusammen mit dem Fahrradhersteller HERCULES außerdem für den Einsatz bei Flotten- und Lastenrädern weiter. Denn besonders für Flottenbetreiber bietet die Vernetzungstechnik Vorteile: Via Ferndiagnose und durch die Vielzahl von Sensoren haben Betreiber von Fahrradflotten ihre Räder jederzeit im Blick; sie wissen genau, wann sie welches Rad warten müssen, können den Einsatz optimal planen und Ausfallzeiten verhindern. Weitere Funktionen lassen sich je nach Kundenwunsch flexibel ergänzen. HERCULES plant den Markstart für die ersten vernetzten Lastenräder ebenfalls für 2017.

Die Partner präsentieren den BULLS Sturmvogel E EVO auf der Eurobike in Friedrichshafen vom 26. Bis 29. August am Messestand von BULLS, Halle B3 Stand 401, und den HERCULES Transporter auf dem Stand von HERCULES, Halle A4 Stand 201. Mehr Informationen dazu finden Sie hier

Sichere Vernetzungslösungen für die Fahrradbranche

Bereits zur Eurobike 2014 hat die Telekom die erste Kooperation im Bereich „vernetztes Fahrrad“ bekanntgegeben und die Technik seither für verschiedene Verwendungszwecke weiterentwickelt. Neben dem vernetzten BULLS Sturmvogel zeigt die Telekom mit dem Partner PSP GmbH auf der Eurobike 2015 auch ein getarntes Ortungssystem für gestohlene Fahrräder: Das VELOCATE-Rücklicht wird am Gepäckträger befestigt, und ist mit einem SIM-Chip der Telekom, GPS und Nahortung via Bluetooth ausgestattet. Die Energieversorgung erfolgt über den Dynamo oder die Bordspannung des E-Bikes. Das System wird einfach mit dem Smartphone gekoppelt. Ein europaweiter Ortungsservice ist bereits im Kaufpreis enthalten.

Die Basis für diese und weitere Vernetzungslösungen sind ein hochverfügbares, leistungsfähiges Mobilfunknetz und eine sichere Cloud-Infrastruktur. In beiden Bereichen bescheinigen diverse Tests der Telekom seit Jahren die Spitzenposition.

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Kommentare

Tolle Sache so ein "ferngesteuertes" eBike. Bei Tobit.Software in Ahaus läßt sich zusätzlich noch die Unterstützung per Smartphone einstellen und das Rad auch mit dem Smartphone abschließen, dafür haben sich die Entwickler einen besonderen Schließmechanismus einfallen lassen. GPS Tracking zum Auffinden eines gestohlenen Bikes gehört zur Basisfunktion, ebenso wie Geschwindigkeitsanzeige und Route per Smartphone. Ach ja, und abgerechnet werden die Leihfahrräder dann auch direkt über ein eigenes Bezahlkonto per Smartphone.

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