Digital Engineering Magazin 01/2017

KMU: Fit für die Digitalisierung

Liebe Leser,
die Digitalisierungswelle hat auch die Fertigungs­industrie erreicht und stellt in den nächsten Jahren viele
Unternehmen vor große Herausforderungen. Dies betrifft sowohl die Produktentwicklung als auch die gesamte Produktion. Die Entwicklung immer komplexer werdender Produkte erfordert intelligente Engineering-Methoden. Deshalb setzt sich das Digital Engineering immer mehr durch. Im Mittelpunkt steht dabei das ­3D-Modell eines Produktes. Der Konstrukteur kann mit dem virtuellen Modell nicht nur den Zusammenbau am Bildschirm testen, sondern auch mögliche Teile­kollisionen ausschließen und die Kinematik überprüfen. Bei der Entwicklung komplexer Produkte werden Simu­lation und Visualisierung deshalb immer wichtiger.

Zu einem vollständigen virtuellen Modell gehören aber auch Elektrik, Elektronik und Software sowie die integrierten Sensoren und Aktoren. Erst dann kann man von einem „digitalen Zwilling“ sprechen, mit dem die Konstrukteure und Ingenieure die realen Funktionen eines Produktes ­simulieren und virtuell testen können. Aber viele Unternehmen – gerade auch kleinere – sind davon noch weit entfernt. Bei kleinen und mittelständischen Firmen (KMU) besteht nach wie vor Aufholbedarf, wenn es um die Digitalisierung geht. Diese Unternehmen benötigen möglichst neutrale Informationen über die virtuellen Techniken.

Dies hat auch das Virtual Dimension Center (VDC), ein wirtschaftlicher Verein in Fellbach, erkannt und macht bei der Initiative „Digitallotsen“ mit. Im Rahmen der Initiative können sich KMU aus Baden-Württemberg über virtuelle Techniken und Digitalisierung informieren. Der VDC bietet dafür kostenfreie Beratungssprechstunden an. Dabei werden Kontakte zu entsprechenden Ansprechpartnern vermittelt und aktuelle Trends im virtuellen Engineering sowie in Virtual ­Reality (VR) und Augmented Reality (AR) aufgezeigt. Das VDC seinerseits erarbeitet als Digital­lotse weitere Maßnahmen zur konkreten Unterstützung von KMU, beispielsweise einen Virtual-Engineering-Atlas und ein digitales Transfer- und Informationssystem.
Die „Digitallotsen“-Initiative ist auf jedem Fall begrüßenswert. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Unternehmen in Baden-Württemberg sie auch in Anspruch nehmen und dass es mehr solcher Aktivitäten auch bundesweit gibt.

Ihr Rainer Trummer, Chefredakteur

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